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Worldlog Esther Ouwehand

  • Aktivismus -
  • Debatte über das Leiden und Sterben der Tiere in der Viehzucht -
  • Dokumentarfilm #Powerplant -
  • Nachhaltige tierfreundliche und gesunde Zukunft -
  • Übergang zu pflanzlich -

In meinem letzten Worldlog von 2018 kündigte ich an, dass es im neuen Jahr im niederländischen Abgeordnetenhaus eine Grundlagendebatte über das Leiden und Sterben von Tieren geben würde. Diese Debatte fand vor zwei Wochen statt und letzte Woche stimmte das Parlament über verschiedene, von uns eingereichte, Anträge ab, die den Tieren helfen sollen. Wir haben zuvor unsere Kollegen der anderen Parteien gebeten Mut zu zeigen. Damit sie wirklich gut über die Verantwortung die sie tragen, für das Schicksal von mehr als 64 Millionen Tieren, die jährlich gezüchtet, gebraucht und getötet werden in der niederländischen Viehzucht, nachdenken.

Die Debatte war deshalb historisch, weil in der Gesellschaft eine Bewusstwerdung im Gange ist, die jeden Tag stärker und klarer wird. Während der Debatte und den Abstimmungen danach, stellte sich die Politik allerdings erneut auf die falsche Seite der Geschichte. Konfrontiert mit dem massenhaften und alltäglichen Leiden der Tiere in der Viehwirtschaft, machte die Mehrheit der Politikerkollegen was sie immer tut: leugnen, bagatellisieren und die Botschafter dämonisieren. Aktivisten, die den Bürgern zeigen, was den Tieren hinter geschlossenen Türen angetan wird, werden als Kriminelle abgetan. Das obwohl Aktivisten einen Kernwert der Demokratie beschützen wollen: das Recht auf ehrliche Information. Dieses Recht steht unter Druck und Konsumenten werden vom Staat, Supermärkten und dem Landwirtschaftssektor hinters Licht geführt: glückliche Tiere auf Broschüren und Verpackungen, ausgebeutete Tiere im Stall.


Esther Ouwehand während der Debatte über das Leiden der Tiere in der Viehzucht

Nicht die Landwirte, sondern das System stehen zur Diskussion. Das System, indem Menschen ständig wach gerüttelt werden müssen, mit Bildern von der Realität und in der das Kontrollorgan, in der Handhabung der bereits schwachen Regeln, scheitert. Auf Undercoverbildern sehen wir regelmäßig Schweine, sehr soziale Tiere, fest sitzen zwischen Stangen und gezwungen zuzusehen, wie ihre Ferkel verstümmelt werden. Ohne Betäubung werden die Schwänzchen der Ferkel abgekniffen und ihre Zähne abgefeilt. Der Minister bestreitet, dass solche Bilder repräsentativ sind, aber was wir sehen ist zugelassen vom eigenen Gesetz des Ministers. Die heutigen Regeln lassen solche Horrorpraktiken zu.

Vor mehr als 18 Jahren haben die meisten Politiker versprochen, dass spätestens 2022 das leitende Prinzip in der Viehzucht dieses sein soll: Tiere sollen ihr natürliches und artgerechtes Verhalten ausleben dürfen. Die gute Nachricht ist, dass wir im Abgeordnetenhaus eigentlich einer Meinung sind: die intensive Viehzucht, wie sie derzeit besteht, die Art und Weise wie dort Tiere gezüchtet, gebraucht und getötet werden, ist moralisch nicht zu akzeptieren. Die Kammer sowie das Gesetz erkennen auch den Eigenwert des Tieres.

Wenn allerdings wirkliche Maßnahmen genommen werden müssen um diesen Schlussfolgerungen gerecht zu werden, weigert sich die Politik zu handeln. Eigentlich sagt die Politik dann: „Ja, wir erkennen den Eigenwert des Tieres, nur nicht wenn es sich um ein ˋProduktionstier´ handelt. Nicht wenn wir damit Geld verdienen können.“ Was man also zu Recht mit einem Hund nicht machen darf und wofür es eine große Strafe gibt, darf von der Politik sehr wohl mit Kühen, Schweinen, Hühnern und Ziegen. Unser Landwirtschaftsminister und die Mehrheit unserer Politikerkollegen kreieren somit ihren eigenen fundamentalen Spagat.

Tiere sind lebende Wesen mit Bewusstsein und Gefühl. Die Menschen sehen sofort ein, dass es total verwerflich ist, sobald sie einen kleinen Einblick in die alltägliche Realität der Viehzucht bekommen. Vor fast 20 Jahren wurde den Tieren versprochen, dass wir diesem System ein Ende bereiten werden. Es liegt in der Hand des heutigen Parlaments diesem Versprechen an die Tiere nachzukommen.

Außerdem ist die Inangriffnahme der Viehzucht das große Tabuthema der Politik, obwohl es die rationalste und effektivste Lösung ist für die Probleme Tierleiden, Umweltschäden und Klimawandel. Wir müssen den Viehbestand rigoros verkleinern. Das ist unvermeidlich. Das sagt nicht nur die Partei für die Tiere, sondern auch die Wissenschaft und sogar das wichtigste Beraterorgan der niederländischen Regierung. Für die Tiere aufzukommen ist das schweizer Taschenmesser für alle Probleme die wir auf der Welt bekämpfen müssen. Damit verhindern wir nicht nur das Leiden der Tiere, sondern in einem Zug helfen wir dabei den Klimawandel und die Artenvielfaltsverlust zu stoppen und den Hunger in der Welt zu verhelfen. Der Übergang zu pflanzlich ist die gesunde, nachhaltige und tierfreundliche Zukunft.


Marsch für die Rechte der Tiere in Amsterdam 2018

Es ist weder vernünftig noch ehrlich, Bauern weiter in ein System investieren zu lassen, von dem wir bereits wissen, dass es untragbar ist. Wir müssen unsere Landwirte auf eine pflanzliche Zukunft vorbereiten. Die Partei für die Tiere schlägt darum vor, die Millionen Subventionen, die derzeit an die Viehzucht gehen, dafür einzusetzen, die Viehzuchtindustrie abzubauen. Aufhören mit der Zucht von Tieren für die Schlacht und Einsatz auf den Übergang zu pflanzlich.

Die Lobbykraft der intensiven Viehzucht ist stark. Aber glücklicherweise gibt es immer mehr Menschen und auch Unternehmen, die auf pflanzlich umsteigen. Jetzt ist die Zeit gekommen. Nach all den (Hunderten!) Jahren in der eine kleine Minderheit sich für die Tiere einsetzte, werden die Menschen jetzt in großem Tempo bewusst. Die Tierschutzbewegung ist die am schnellsten wachsende soziale Bewegung unserer Zeit. Schließ dich an!

Nächsten Donnerstag ist in Amsterdam die Premiere von #Powerplant, der neue Dokumentarfilm unseres Wissenschaftsbüros. In der Doku wird untersucht, wie die Chancen einer pflanzlichen Gesellschaft stehen und wie das den Planeten retten könnte. Der Dokumentarfilm wird sehr wahrscheinlich die Welt rundreisen, behaltet also unsere sozialen Netzwerkseiten im Auge für Updates!

Dies ist vorläufig mein letzter Worldlog. Unsere Parteivorsitzende Marianne Thieme ist zurück aus ihrem Krankheitsurlaub und wird in den folgenden Worldlogs wieder ihre Erfahrungen mit euch teilen.

Zum Abschluss: hier gibt es ein tolles Stück Stand-up Comedy vom amerikanischen Prediger Lawson.

Gruß,

 

Esther Ouwehand